Stell dir vor es gilt der Elfer und dein Vet-Amt macht nicht mit!

absurdistan von Andrea Winkler

Seit dem 01.08.14 gilt das neue TSchG und ein Jahr vorher war es den Ämtern bekannt, samt den gesetzlichen Regelungen. Dieses eine Jahr von 2013 bis 2014 sollte dazu da sein, dass man sich abstimmt und Vorkehrungen trifft.

Aber es scheint so ähnlich wie Sylvester zu sein, was ja bekanntlich auch jedes Jahr total überraschend kommt und dabei auch immer noch den Wochentag ändert. Skandal.

Nun gab es Ämter, die hatten schon vor dem 01.08.2014 angefangen zu arbeiten. Sie schrieben Hundeschulen an und so stellten auch viele Hundetrainer bereits im Jahr 2013 ihre Anträge. Ich übrigens auch. Und es gab auch Ämter, die erteilten auch da schon Erlaubnisse. Es gab also schon Trainer, die hatten 2013 ihre Genehmigung in der Tasche – ohne Prüfung und all sowas drum herum. Ich gebe zu, ein bisschen packt mich der Neid. Ich stelle mir vor, die sitzen da, gucken sich das ganze Theater von außen an und wundern sich, feilen sich die Fingernägel und fragen sich:“ ich weiß gar nicht, was die alle haben – ist doch kein Problem?! „

Tja, und es gibt sehr, sehr viele Ämter, die haben die Anträge bekommen und machen……..nichts.

Gar nichts.

Überhaupt gar nichts. Nada, rien, nothing, Nullinger.

Wenn wir nur mal vom Stichtag 01.08.14 ausgehen, bedeutet das, dass sie seit rund 9 Monaten auf Anträgen sitzen und ja irgendwie nichts machen. Viele sogar länger.

Manche berufen sich darauf, dass sie warten wollen, bis die Rechtslage geklärt wird. Komisch ist, dass andere Vet-Ämter, Trainern, die sich wehren, mit Hinblick auf diese doch total klare Rechtslage bereits Tätigkeitsverbote erteilt haben.

Ja, was denn nun? Ist die Rechtslage klar oder nicht?

Und wenn eine Genehmigungspflicht gilt, müsste dann das Amt nicht zumindest mal eine Duldung schicken, damit klar ist, dass die Trainer auch ohne die Genehmigung weiter arbeiten dürfen?

Oder ist das egal, dass es nun eine Genehmigungspflicht gibt?

Dann gibt es Fälle, da heißt es, man hätte kein Personal für die ganzen Anträge.              Ahhhhhh ja.

Ich wäre dafür, man nimmt das Personal, das sich um die Hundesteuer kümmert. Die sind immer total pünktlich. Fänd´ ich ja klasse. Die Hundesteuer muss ich mal später zahlen und die Erlaubnis bekomme ich früher.

Und da sitzt ein Hundetrainer, der nie weiß, wie es weiter geht. Kann er noch einen neuen Platz anmieten, lohnt es sich, neue Geräte anzuschaffen oder gelte ich irgendwann, wenn jemand beschließt, dass die Arbeit nun aufgenommen wird, als sachunkundig? Denn dann geht es ganz schnell.

Ein Veterinär-Amt im Ruhrgebiet, welches jetzt 8 Monate geschlummert hat, ist plötzlich erwacht. Vorher wurde den Trainern mitgeteilt, dass man darauf warten möchte, dass die Rechtslage geklärt wird. Im April hat der Wecker scheinbar geklingelt und ihnen wurde klar, da klärt sich nix. Und dann wurden die Anträge bearbeitet und ein Standardschreiben wurde verschickt: vorzulegen sei ein Abschluss der IHK, eine Zertifizierung der TÄK…………hätte der Antragsteller ja nicht……und nun bitte innerhalb von 2 Tagen!!!! antworten, ob man im Vet-Amt geprüft werden will….. Fachgespräch……verbindliche Anmeldung irgendwo……und zwar innerhalb von 2 Tagen, denn wer ohne Genehmigung arbeitet, der begeht ja im Grunde eine Ordnungswidrigkeit. Unerhört sowas.

Und wer 8 Monate nicht arbeitet?

Und sein Gehalt trotzdem bekommt?

– Der hat einen verdammt guten Job.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *