Gütesiegel § 11?

absurdistan von Angela Knocks-Münchberg

Immer wieder hört man von den Hundehaltern wie begeistert sie über die §11- Erlaubnis für Hundetrainer sind.

Das würde auch Zeit, dass sich nicht mehr jeder Idiot, jeder Depp (und andere verbale Ergüsse) Hundetrainer “schimpfen” dürfe. Dabei scheint immer wieder vergessen zu werden, dass der §11 für Hundetrainer kein “Gütesiegel”, kein “Qualitätsmerkmal” oder gar “Verbraucherschutz” darstellt.

Wie hat eine Kollegin von mir es so schon geschrieben: Es darf sich weiterhin jeder Idiot Hundetrainer nennen. Es ist dann lediglich ein Idiot mit der Erlaubnis nach §11.

Egal wie sehr man sich auch bemüht den Mitmenschen, zur Prüfung rennenden Kollegen oder auch dem Hundhalter klar zu machen, dass sich keiner von uns gegen eine Überprüfung im Sinne des §11 TSchg für Hundetrainer als solches wehrt, im Gegenteil, dass begrüßen wir sogar, sondern lediglich gegen die willkürliche Umsetzung, den Versuch einer Monopolisierung und Kreierung eines Berufsbildes. Denn nichts von alledem gibt das Tierschutzgesetz her.

Vielleicht wird die Problematik der willkürlichen Umsetzung etwas deutlicher, wenn wir den Spieß mal umdrehen.

Wie würde es wohl den Hundehaltern gefallen, wenn pauschal erst einmal jedem der Hund weg genommen würde, weil eine Änderung im TSchG besagt, dass ein Hundehalter die nötige Sachkunde besitzen muss um einen Hund halten zu dürfen (Betroffene von so genannten “gefährlichen Hunden” und Ersthundehalter aus Nds. jetzt mal ausgenommen). Dann wäre das Geschrei bestimmt groß. Immerhin halte man ja seit so und so vielen Jahren bereits Hunde und es ist nie was passiert. Aber das interessiert niemanden.

Nein, sie müssen erst einmal einen Computertest absolvieren, auf den sie sich selbstverständlich nicht vorbereiten können, weil dieser geheim ist.

Sie machen ihn trotzdem und….fallen durch.

Es sagt ihnen aber keiner was sie falsch beantwortet haben…selbstverständlich dürfen sie den Test wiederholen… evtl. schaffen sie ihn dann, vielleicht fallen sie aber wieder durch…nun dürfen sie ihn max. noch einmal wiederholen, danach ist Schluss, weil sie ja bewiesen haben, dass sie nicht in der Lage sind Hunde zu halten. Ach so und natürlich zahlen sie jedesmal für den Test und zudem sind ihnen Fragen gestellt worden, die mit der Hundehaltung recht wenig zu tun hat, jedoch einen Großteil an medizinisches Wissen von ihnen abverlangt. Das ist doch okay, oder ? Immerhin kann man von einem Hundehalter doch wohl erwarten, dass er einen kranken Hund erkennt und zwar auch wenn es sich um Virusinfektionen handelt. Allerdings geht es dabei nicht um das Erkennen des ganzen nur im Groben, sondern vielmehr um medizinisch korrekte Einordnung.

So, gehen wir mal davon aus, dass sie den Test geschafft haben, dann sitzen sie plötzlich vor Leuten, die von Hundehaltung eigentlich keine Ahnung haben. Die stellen ihnen jetzt aber Fragen um festzustellen ob sie denn wirklich fähig sind einen Hund zu halten, irgendwie blöd, oder?

Und zu guter letzt zeigt man ihnen dann noch ein paar Fotos oder Filmchen mit Hunden und sie sollen erklären was da gerade passiert. Dabei geht es aber nicht darum was sie glauben zu sehen, sondern vielmehr darum, dass zu sehen und zu sagen, was der Prüfer hören möchte, weil der evtl. etwas ganz anderes darin sieht als sie, entzückend oder?

Wenn sie das alles nicht schaffen, dann dürfen sie leider nie wieder einen Hund halten. Weil sie ja immerhin “bewiesen” haben, dass sie keine Ahnung von Hundehaltung haben.

Aber jetzt kommt der Clou: Im Tierschutzgesetz steht lediglich, dass jeder Hundehalter eine Erlaubnis benötigt, womit er belegen kann, dass er seinen Hund tierschutzgerecht hält.

Upps

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