Geldmaschine § 11

absurdistan von Angela Knocks-Münchberg

Geldmaschinerie § 11- Woher kommt das Geld und noch interessanter, wohin geht es?

Mittlerweile weiß ja so ziemlich jeder, dass es die Erlaubnis nach § 11 für Hundetrainer, nicht kostenlos gibt. Da wird von wahren „Schnäppchen“ berichtet und auch von „kaum bezahlbar“. Interessant ist, das es sich bei all den Kostenvarianten aber immer noch um ein und den selben § 11 handelt. Also, es ist nicht so, dass es den einmal als „light“ und einmal als „Delux“- Version gibt. Nein, es handelt sich jedes mal um den § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr 8 Buchstabe f!

Um seine Sachkunde, gemäß dieses § 11, nun darzulegen, bedarf es also einer kostenpflichtigen Prüfung. Die Gebühren dafür sind vom Antragsteller, also dem zu prüfenden Hundetrainer, zu begleichen. So weit so gut! Nun fragt man sich aber, woher soll das Geld kommen?

Haben Sie Zuhause mal eben 1000,- Euro unter dem Kopfkissen liegen? Nein? Wir auch nicht!

Also müssen wir das irgendwie „erwirtschaften“. Das alleine, kann schon für den schwierig werden, dem die Ausübung seiner Tätigkeit bis zur Erlangung des § 11 untersagt wurde. Blöd, wenn man da nicht schon im Vorfeld Geld gehamstert hat, um es in eine Prüfung zu investieren, von der man vorher gar nicht wusste, dass man sie machen muss.

Aber egal, das sind ja nur Nebenkriegsschauplätze.

Denn, wenn man das Geld dafür nicht hat, erfüllt man ja bereits schon einen Punkt zur Erlangung des § 11 nicht. Dann braucht man sich über alles andere ja auch keine Gedanken mehr machen, oder doch?

Machen wir doch mal ein kleines Rechenbeispiel:

Ein Hundetrainer, der nur Einzelunterricht gibt, erlaubt sich pro Stunde 35,- Euro zu nehmen. Das mag dem einen Hundehalter bereits sehr teuer erscheinen, einem anderen sich als „Schnäppchen“ anbieten, wie bei den Kosten für den § 11 TschG.

Okay, 35,- Euro die Stunde – hört sich ja erst einmal viel an. Leider darf der Hundetrainer aber den Gesamtbetrag gar nicht behalten, denn er muss, wie jeder andere Bürger auch, davon Steuern bezahlen. Da gehen also schon einmal ca. 30 % für die Einkommenssteuer weg. Wenn dieser Hundetrainer nun auch noch Umsatzsteuerpflichtig ist, dann darf er davon noch einmal 19 % an den Staat zahlen. Das bezieht sich auf den Gesamtbetrag von 35 Euro. Von den 35 Euro verbleiben nach Abzug der USt noch 29,41 Euro, abzüglich 30 % Einkommensteuer, macht das 20,60 Euro. Ein guter Stundenlohn, oder?

Nun ja, davon müssen jetzt ja nur noch weitere Kosten bezahlt werden. Zum Beispiel die Berufs- und/ oder Betriebshaftpflichtversicherung, möglicherweise die Pacht für einen Hundeplatz, Wenn man die Tätigkeit Hauptberuflich ausübt auch noch die Krankenversicherung. Irgendwie muss man ja auch zu den Kunden (oder den Platz) hinkommen, meistens nutzt man dafür ein Auto. Also braucht man eine Kfz- Versicherung, zahlt die Autosteuer, tanken muss man auch noch, mögliche Reparaturen etc. nicht zu vergessen, für die man sich Geld beiseite legen muss – wie jeder andere auch! All diese Dinge, müssen in einem Stundenlohn mit einberechnet werden, da die selbigen genau davon bezahlt werden müssen.

Diese Fixkosten muss man sich in „pro Stunde“- Kosten umlegen. Da kommen zwischen 2,50 – 5 Euro zusammen. Die ziehen wir also auch noch einmal ab, so verbleiben satte 15 Euro/ Std. Nun muss aber auch ein Hundetrainer wohnen, essen und sich kleiden, denn von einem Trainer, der verhungert, in Lumpen gehüllt unter der Brücke hervorkriecht, erwarten die wenigsten ja Fachkompetenz.

Ja, das ist ein Wahnsinns Stundenlohn, mehr, als der gesetzliche Mindestlohn. Vorausgesetzt, man bekäme den mindestens 5 Tage die Woche und acht Stunden pro Tag! Bei den wenigsten ist das aber so! Nun könnte man meinen, selbst schuld, kannst ja Kurse anbieten. Mmh, blöd nur, wenn man sich auf so genannte „Problemhunde“ spezialisiert hat. Die meisten zeigen eine so genannte „Artgenossen- Aggression“. Die nun in eine Gruppe zu stecken, würde ja den Tatbestand des nicht-vorhanden-seins eines „Mindestmaß an Sachkunde“ erfüllen. Funktioniert also auch nicht. Und schon sind wir wieder bei der Eingangsfrage, woher soll das Geld kommen? Vielleicht einen Kredit dafür aufnehmen? Den Abtrag müsste man dann aber irgendwie auch noch in den Stundenlohn einberechnen….Oder den Stundenlohn erhöhen? Ob einem dann die Kunden die Bude einrennen? Frei nach dem Motto: Wer so teuer ist, der muss einfach gut sein? Ehrlich jetzt?

Sie merken, diese Gedanken führen uns irgendwie ins Nirwana!

Aber angenommen, man hätte das Geld für diese Prüfungen – haben Sie sich noch nie gefragt wer das bekommt? Die derzeit „anerkannten“ Zertifizierungen laufen ja über die Tierärztekammern (z.B. Niedersachsen) oder der IHK Potsdam. Also bekommt der Staat doch das Geld, oder? Mal von den „privaten“ (z.B. Lupologic) abgesehen, zahlen die das dann auch an den Staat, oder dürfen die das behalten? Was macht der Staat mit dieser neuen Einnahmequelle? Wird das in den Tierschutz investiert oder eventuell in die Tierversuchsanstalten? Fahre ich demnächst über sanierte Straßen, auf denen keine weißen Striche, sondern der § 11 aufgemalt wurde? Investiere ich damit in ein Großprojekt, wie zum Beispiel in den Flughafen Berlin- Brandenburg und darf dafür einen der vielen freien Parkplätze als Hundeplatz benutzen? Werden davon vielleicht Stipendien an angehende Tierärzte finanziert, damit diese schnell ihren Zusatz „Verhaltenskunde“ bekommen und den „Sachunkundigen“ Hundetrainern nun vollends den Gar ausmachen können? Ist das eventuell DIE Möglichkeit für unsere Politiker ihre nächste Diät aufzustocken und gehört mir damit dann einer der Politiker, denn immerhin bezahle ich ja sein Gehalt dann doppelt?

Was bekommt der Hundetrainer für sein Geld? Worin investiert er und wird er gefragt, ob er genau darin überhaupt investieren möchte?

Ach ja, ich vergaß, wir bekommen dafür ja einen Wisch, auf dem dann draufsteht, das wir „Sachkundig“ sind. Na, wenn das nicht mal ne tolle Idee ist. Was man mit diesem Wisch dann machen kann, dazu fallen mir gleich ganz viele Dinge ein- aber das gehört hier nicht her!

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