Frauke S. – Ostalbkreis – Baden-Würtemberg

 

Berufsverbot
Frauke S. – Ostalbkreis – Baden-Würtemberg

Am 3.11. 2014 bekam ich den Bescheid von meinem zuständigen Veterinäramt, dass nach vorliegender Rechtslage meine vorhandene Sachkunde nicht ausreichen würde, um meine Tätigkeit weiter ausüben zu können. Ich wurde belehrt, dass ich zwischen drei Varianten wählen kann,1.einer Prüfung vor Ort (Amt),2.einer Prüfung durch die hinlänglich bekannten Tierärztekammern und der IHK Potsdam und

3. der Rücknahme meines Antrages unter gleichzeitigem Verzicht auf einen kostenpflichtigen Bescheid ! ( bedeutet dies nun auch ein Verzicht auf einen rechtsgültigen Bescheid, und wenn ja, warum wird der Bürger dann nicht im Vorfeld über die Konsequenzen dieser „Sparvariante“ aufgeklärt? )

Zudem wies man mich darauf hin, dass eine Ausübung bzw. Fortführung meiner Tätigkeit VOR Erlaubniserteilung ein Ordnungswidrigkeitstatbestand ist. Interpretiere ich das nun richtig, frage ich mich – hat mir eine Behörde, ohne dass ich mir etwas habe zu Schulden kommen lassen, soeben ein Berufs – Tätigkeits – oder was auch immer Verbot ausgesprochen?

Wann gilt es , morgen, in ein paar Tagen….wann?

Selbst wenn „man“ sich zur Prüfung entschlösse, wäre man logischerweise bis dahin ohne Einnahmemöglichkeiten. Arbeitslos, Kunden ausladen, vertrösten, alles einstellen…..!

Ich blicke zurück und sehe eine junge Frau mit ihrem Deutsch Drahthaar auf einem deutschen Hundeplatz der alten Sorte. Im Jahr 1996, in einer Stadt in Nordrhein-Westfalen. Sie war wild entschlossen mit diesem Hund etwas zu lernen, nachdem sie mit ihrer verstorbenen Riesenschnauzerhündin das Gefühl hatte, etwas versäumt zu haben. 36 Jahre Hunde lieben und mit ihnen leben waren offensichtlich nicht genug gewesen, um mit ihnen auch präzise und klug zu kommunizieren. Das musste sich ändern.

Doch was sie sich erhofft hatte, trat nun so gar nicht ein. Schwupp, das Stachelhalsband um, den richtigen Ruck geübt und am Stachelhalsband durch einen Bodenhaken ins Platz gerissen. Das war es also, deutsche Hundeerziehung im Jahre 1996. Das soll es nun gewesen sein, ein ängstlicher Hund, eine brutale Methode und der Satz, „wenn du mal ein gescheites Material hast, dann läuft das alles anders, besser“?

Als sie auch noch den Satz „ Frau X meldet sich mit Hund Fido zur Unterordnung“ hörte und diesen mit strammer Haltung ausrufen sollte, verließ diese junge Frau wutschnaubend das Gelände …und kam nie wieder. Sie nahm eine andere junge Frau mit, ihre neue Freundin und spätere Kollegin.

Da stand sie nun mit ihrem ängstlichen und verzweifelten Hund und wusste so gar nicht, wen sie um Rat fragen sollte.

Wo bekommt man das, was man sucht, Informationen, Wissen, einfühlenden Umgang mit dem Hund?

Was vor beiden Frauen lag, war der Beginn einer langen Reise, angereichert mit vielen, vielen positiven spannenden Eindrücken, viel neuem Wissen, unendlicher Neugierde und unzähligen Hunden, denen durch die Schulung der Halter geholfen werden konnte. Aber auch viel Anspannung, Aufregung und harte Zeiten – ein grandioses Hunde-Leben – eben.

Es war wohl der vermeintlich typische Weg einer Hundeschule aus diesen ersten großen Anfangszeiten – in einer Zeit, als „Ausbildungsinstitute“ noch in den Sternen standen. Nein, es waren Bücher englischer Hundeerzieher aus der Stadtbücherei, die ersten Seminare folgten bei einem der ersten Ausbilder dieser ersten Stunden. Die junge Frau trat ein in die Welt der modernen Hundeerziehung, voller Wissen, interessanter Menschen, neuer Kollegen – zu denen auch damals Tierärzte gehörten, denen es im Studium nicht möglich war, Verhaltenskunde in Bezug auf den Hund zu lernen, weil es diesen Lehrstoff nicht gab. Immer mehr Dozenten tauchten auf, von denen man auch auf den neuesten Stand der Wissenschaft gesetzt wurde.

Vorher noch war der menschliche Bereich abgedeckt worden durch eine Humanheilpraktikerausbildung und Prüfung . 1998 gründeten beide Frauen die erste Hundeschule in der Großstadt in NRW. Es folgten weiterhin Seminare ,Symposien ( 1999) on canids, Auslandsaufenthalte in England in einem Animal Behavior Centre, lesen lesen lesen…….

.wir sind gut qualifiziert, fanden die beiden Hundetrainerinnen, schließlich waren sie immer auf dem aktuellen Stand, „immer ganz nah dran“ . Der Umgang mit Hunden, intelligent, fördernd und mit viel Emotion war eine Bereicherung auch für die Menschen. Die beiden machten sich , avancierten zu „lästig differenzierenden“ Trainern und Beratern für Menschen und deren Hunde.

Im Jahre 2000, gehörte die Hundetrainerin dann auch zu den Gründungsmitgliedern der IG unabhängiger Hundeschulen. Das Engagement gipfelte zu der Zeit in dem Widerstand und der Kritk an der ersten Hundeverordnung und der Erstellung der Rasselisten mit und auch ohne „Kampfhunde“.

Im Jahr 2001 absovierten beide Hundeerzieherinnen die erste Sachkundeprüfung vor dem zuständigen Ministerium des Landes NRW und waren daraufhin bevollmächtigt, Wesenstests bei den Hunden der Anlage 2 und Sachkundetests bei deren Haltern abzunehmen – sie taten das auch.

Das Leben veränderte sich privat und beruflich – Umzug nach Baden-Württemberg,

Was folgte? …und täglich grüßt das Murmeltier …. Gründung der ersten modernen Hundeschule im Kreis.

Wieder der Aufbau, das Wanderpredigen, die Leidenschaft ……und ….ackern, ackern …..

Wieder Fortbildungen, persönliche Weiterbildung und Entwicklung – Personal Coach Ausbildung, HP Psychotherapie , 3jährigen Weiterbildung in Kommunikationspsychologie / Beraterin/Trainerin. Ab 2010 neues Engangement im Bereich der Tiergestützten Therapie.

Seit 2011 in Zusammenarbeit mit neuer Freundin und Kollegin eigene therapeutische Tätigkeit mit den eigenen jungen Hunden in verschiedenen Institutionen – Kindergärten, Einrichtungen für Menschen mit Handicaps, Seniorenheime.

Und wieder tat sich ein neuer Bereich auf, der für unsere nicht mehr ganz so junge Frau die „Krönung“ ihrer Laufbahn werden sollte – das Zusammenführen der eigenen Kompetenzen , Mensch und Hund.

Und wieder die gleiche Neugier, der gleiche Wissensdurst – und – der Aufbau eines neuen Unternehmens:

nach den Erfahrungen der eigenen Tiergestützten Arbeit gründeten die Therapeutinnen ein Zentrum für Tiergestützte Therapie zur Ausbildung von TherapeutenTeams. 2 Jahre harte Arbeit zur Erstellung eines wohl durchdachten Konzeptes, eines kompletten Ausbildungsganges.

Und hier schließt sich der Kreis……….willkommen im Desaster 2014.

Wir wollen alle Qualifikation, alle Sachkenntnis. Wir wollen keine Repressalien, keine Erpressungen, keine unwahren Beurteilungen und vor allem kein Berufsverbot .

Wenn mich jemand fragen würde, hast du Sachkunde, würde ich lachen und antworten:

Weißt du, im Lehrbuch der Psychologie steht – Expertentum entsteht durch Wissen ,gekoppelt an Erfahrung und ist der Ursprung der Intuition.

Ich bin sachkundig, ich habe Wissen und ich habe Erfahrung – bin intuitiv! …


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