FAQ § 11 TierSchG

Häufig gestellte Fragen und Antworten die sich mit dem Thema § 11 TierSchG rund um die Sachkunde des Hundetrainers beschäftigen.

Was ist der §11 überhaupt? 

Dabei handelt es sich genau genommen um den § 11, Absatz 1, Satz 1, Nummer 8 Buchstabe f des Tierschutzgesetzes.

Mit Wirkung zum 1. August 2014 tritt die Änderung des Tierschutzgesetzes (s.o) in Kraft, wonach gewerbliche Hundetrainer künftig eine Erlaubnis der zuständigen Behörde (des Veterinäramtes) einholen müssen. Bei Verstoß droht eine Geldbuße in Höhe von bis zu 25.000,00 EUR. 

Wer entscheidet, ob ein Hundetrainer sachkundig ist?                                                         Jedes einzelne Veterinäramt (rund 500 in Deutschland) entscheidet über die Sachkunde der Trainer und legt eigene Kriterien fest.

Wie hoch sind die Kosten?
Die Kosten variieren sehr stark, je nachdem, ob Prüfungen abgelegt werden müssen, welche Prüfung abgelegt werden soll oder ob keine Prüfung abgelegt werden muss. Man muss zwischen 100 € bis über 1000 € zahlen. Viele Veterinärämter geben keine genaue Gebührenhöhe an, sondern teilen mit, dass die Gebühren nachträglich nach Aufwand festgelegt werden. 
Welche gesetzliche Grundlage gibt es?

Da es seit Inkrafttreten des §11, Absatz 1, Satz 1, Nr. 8 im Jahr 2013 bis zum Ende der Übergangsfrist zum 01.08.2014 bisher nicht gelungen ist, eine bundeseinheitliche oder auch nur ländereinheitliche Regelung zu schaffen, gilt rechtlich gesehen immer noch die Verwaltungsvorschrift 12.2.2.2  AVV TierSchG.

Diese besagt, dass die für die Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten regelmäßig anzunehmen sind, wenn die verantwortliche Person

– eine abgeschlossene, staatlich anerkannte oder sonstige Aus- und Weiterbildung absolviert hat, die zum Umgang mit den Tierarten befähigt, auf die sich die Tätigkeit erstreckt,

oder aufgrund ihres bisherigen beruflichen oder sonstigen Umgang durch beispielsweise langjährige erfolgreiche Haltung der betreffenden Tierart, die für die Tätigkeit erforderlichen Kenntnisse hat.

Dies ist in einer Einzelfall-Entscheidung zu prüfen. Erst, wenn hier die erforderliche Kenntnis nicht nachgewiesen werden kann, besteht die Möglichkeit, diese durch ein Fachgespräch zu überprüfen. Die hinter dem Begriff Fachgespräch oft versteckte dreiteilige Prüfung in Form des DOQ Test Pro, anschließendes Gespräch und praktische Prüfung ist durch diese Verordnung nicht abgedeckt.

Da es noch keine neue Vorschrift gibt, hat folglich die bisherige AVV weiterhin Bestand.

Abgesehen davon gibt es bisher keinerlei Prüfungsordnung und auch keine Gebührenordnung, was unabdingbar Bestandteil einer rechtliche Grundlage sein müsste.

Wie kann man sich vorbereiten?                                                                                                                     Zur Vorbereitung auf die o.g. Zertifizierungen/Prüfungen bestehen für die Prüflinge folgende Möglichkeiten:

1. Literaturempfehlung der Tierärztekammern

2. Einen von einer prüfenden “Instanz” eventuell angebotenen Vorbereitungskurs/“Repetitorium zur Prüfungsvorbereitung” buchen. Diese kosten bis zu 800 €, je nach Umfang. Obwohl die Kurse von den Prüfern angeboten werden, haben wir teilweise Rückmeldungen über sehr hohe Durchfallquoten bekommen.

3. Hoffen, beten, wünschen ;-)

Was passiert mit den Hundetrainern, die die Prüfung nicht schaffen?                                     Nicht Bestehen oder Verweigern hat in den allermeisten Fällen die Verweigerung der Erlaubnis nach §11 zur Folge, was im Grunde einem Berufsverbot gleich kommt. Arbeitet man trotzdem weiter, kann das ein Bußgeld in Höhe bis zu 25.000 Euro zur Folge haben. In diesem Fall macht es Sinn, vor allem, wenn man gar nicht erst zur Prüfung angetreten ist, das von einem Anwalt überprüfen und ggf. die erforderlichen Schritte einleiten zu lassen, da es, wie schon weiter oben dargelegt, derzeit (Stand 21. Nov. 14) nach wie vor keinerlei Rechtsgrundlage für die geforderten Prüfungen gibt.

Was hat das mit Tierschutz zu tun?                                                                                                             Mit Tierschutz hat das nur noch insofern zu tun, als das der ursprüngliche Sinn dieser Gesetzesänderung darin bestand, die Hunde vor unqualifizierten Trainern und möglichen tierschutzrelevanten Ausbildungen zu schützen. Der Gesetzgeber hat deshalb auch “nur” ein Mindestmaß an Sachkunde gefordert.  Bei der derzeitigen Umsetzungspraktik muss man sich allerdings fragen, ob diesem Anliegen überhaupt noch Rechnung getragen wird. Zumal die Zertifizierung der bislang höchste “Abschluss” wäre und nicht das Mindestmaß.

Da es keine einheitlichen Ausbildungsrichtlinien für den Beruf des Hundetrainers gibt, haben sich die meisten Trainer bisher über teure Lehrgänge und Seminare bei sehr verschiedenen Anbietern aus- und weitergebildet, je nach Interessenlage und Fachgebieten. Auch hier, wie in jedem anderen Beruf auch, gibt es Spezialisten auf bestimmten Gebieten. Niemand kann alles können.

Reichen diese Ausbildungen/Fortbildungsnachweise dem zuständigen Veterinäramt nicht aus, werden unter Umständen wirklich kompetente Trainer, wie vielerorts inzwischen ja auch schon geschehen, per Tätigkeitsuntersagung vom Markt genommen.

Nicht erfasst werden von diesen Regelungen aktuell (Stand Nov. 14) die Trainer, die in den diversen Vereinen tätig sind. Natürlich haben auch diese die Möglichkeiten, sich per Fortbildungen auf dem neuesten Stand zu halten und die meisten werden es auch tun. Allerdings greifen bei den Vereinstrainern ggfs. nur vereinsinterne Kontrollmechanismen, sie unterliegen zurzeit (noch) nicht der Aufsicht durch die Veterinärbehörden und benötigen keine Erlaubnis durch sie.

Natürlich darf man sich deshalb fragen, ob der Hund, sollte er mit tierschutzrelevanten Methoden trainiert werden, beim ehrenamtlichen Trainer weniger Schaden nimmt als beim gewerblich tätigen Trainer. Grundsätzlich hat es auch ohne die Neuregelungen schon ausreichend Instrumente gegeben, um solche Trainer aus beiden Bereichen aus dem Verkehr zu ziehen. Allerdings müssen diese Instrumentarien auch angewandt und solche Trainer bei den zuständigen Veterinärämtern gemeldet werden.

Was dort nicht bekannt ist, kann auch nicht verfolgt werden.

Wohin fließt das Geld?                                                                                                                                        Das Geld fließt zum einem in die Kassen der Veterinärämter über die Verwaltungsgebühren. Den größte Teil erhalten aber externe Sachverständige die die Prüfung abnehmen.