Der Irrsinn geht weiter

absurdistan von Andrea Winkler

Heute habe ich wieder was dazugelernt. Während die “kleinen” Hundetrainer nun um ihre Existenz kämpfen, gibt es dann noch ganz andere Hundetrainer – oftmals Tierärzte mit dem Zusatz Verhaltensberatung – die ab jetzt jeden Abend auf die Kasse springen müssen, damit sie diese noch zu bekommen.

Es bilden sich Einnahmequellen, die schier unerschöpflich sind.

In Rheinland Pfalz gibt es Vorbereitungskurse von einer Trainerin, die kosten ca. 200 €. Gut – danach kann man zum MC-Test, also der bekannte Multipe- Choice Test, der, wenn es denn der bekannte ist, ein Single- Choice ist, gehen. Auch bei der gleichen Trainerin – dafür bezahlt man natürlich noch einmal. Das haben letzthin 8 Trainer gemacht. Davon sind 6 durchgefallen und die anderen 2 haben nur knapp bestanden.

Auf einer Facebook Seite äußerte sich besagte Trainerin wie folgt: “Es ist erschreckend, wie wenig viele über Training und Hunde wissen, die sich schon jahrelang Hundetrainer nennen.”

Mich erschreckt es, dass man Vorbereitungskurse anbietet und die Leute scheinen dann nicht vorbereitet zu sein. Woran mag es liegen?

Ein weiterer Fall ist ein weiterer Ausbilder, Fortbilder mit Hauptsitz in Düsseldorf. Die betreiben auch selber eine Hundeschule, geben Vorbereitungskurse, die bis zu 600 und ein paar gequetschte Euro kosten und dürfen dann auch noch prüfen. Ihre eigene Konkurrenz. Halleluja.

Es geht dabei nicht darum, dass ich den Ausbildern ihre Kompetenz absprechen möchte, aber es kann nicht sein, dass alles in einer Hand ist – das sind keine unabhängigen Prüfungen.

Liebe Hundetrainer,

ich mache den Irrsinn nicht mit. Es gibt keine gültige Rechtsverordnung, Ich nehme mir einen Anwalt. Das Geld, was ihr jetzt in Vorbereitungskurse und Prüfungsgebühren steckt, dass ist für mich bei einem Anwalt, der wirklich für mich kämpft, sehr viel besser aufgehoben.

Wenn ihr erstmal durch eine Prüfung gefallen seid, dann ist es zu spät oder nur noch sehr schwer.

Und ich selber, die auch eine Ausbildung als Hundetrainerin absolviert hat und mich regelmäßig zu allen möglichen Themen fortgebildet habe, ich führe seit neustem eine Liste. Es gibt Personen, da werde ich nie wieder eine Fortbildung besuchen. Mein Geld geht woanders hin.

Und denkt daran, die Erlaubnis als Hundetrainer zu arbeiten ist kein Qualitätsmerkmal!!!!!!!! Mein eigenes Veterinäramt erkennt meine Ausbildung nicht an, aber ein anderes Veterinäramt, nur 30 km entfernt – das bescheinigt einem Kollegen mit der gleichen Ausbildung die Sachkunde.

Wenn ich da jetzt hinziehe und dort mein Gewerbe anmelde, dann erhalte ich die Erlaubnis zu arbeiten. Und? Machen 30 km Entfernung aus mir einen besseren oder schlechteren Hundetrainer???

Jeder mag sich selber darüber ein Urteil bilden.

Und wisst ihr, worüber ich noch jedes Mal stolpere? Es geht in diesem § um Tierschutz. Eigentlich. Wo der da genau noch Platz findet, das weiß ich nicht.

Ich denke, es geht hier kaum noch um die Hunde – es geht ums Geld, um Lobbyarbeit, welcher Verband sich durchsetzen wird etc. pp. Die Hunde bleiben dabei auf der Strecke. Und eine ganze Menge Trainer.

 

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