Auflage 1

Auf Ihren Antrag wird Ihnen, unter Ihrer verantwortlichen Leitung gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 8 Buchstabe f) des Tierschutzgesetzes, die Erlaubnis erteilt, die Ausbildung von Hunden für Dritte oder die Anleitung der Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter durchzuführen.

Die Erlaubnis ist mit folgenden Auflagen und Nebenbestimmungen verbunden:

1. Die Antragsunterlagen sind Gegenstand dieser Erlaubnis.

2. Die Erlaubnis ist auf folgende Tierarten beschränkt: Hunde

3. Die Erlaubnis ist befristet bis zum 01.11.2017. Bitte stellen Sie sechs Wochen vor Ablauf dieser Frist einen Antrag auf Verlängerung der Erlaubnis.

4. Insbesondere die u. a. tierschutzrechtlichen Vorgaben sind einzuhalten:
-Tierschutzgesetz (TierSchG) in der Neufassung vom 18.05.2006 (BGBl. I Nr. 25 S. 1206)
-Tierschutz-Hundeverordnung vom 2. Mai 2001 (BGBl. I S. 838)

5. Es ist ein Tierbestandsbuch zu führen. In dieses ist Folgendes einzutragen:
a. Art, Rasse und Geschlecht des Wirbeltieres.
b. Kennzeichnung, z. B. Tätowier- und/oder Chipnummer.
c. Datum des Zugangs in den Bestand sowie Herkunft unter Angabe des Namens und der Anschrift der abgebenden Person und
d. Datum des Abgangs aus dem Bestand sowie Verbleib unter Angabe des Namens und der Anschrift der aufnehmenden Person.
e. Das Bestandsbuch muss gebunden und mit Seitenzahlen versehen sein. Als Bestandsbuch können auch andere zuverlässig nachprüfbare systematische Aufzeichnungen verwendet werden; in diesem Fall sind die Seiten mit fortlaufenden Nummern zu versehen. Eintragungen sind am Tag der Aufnahme bzw. Abgabe der Tiere und in dauerhafter Weise vorzunehmen. Das Bestandsbuch ist drei Jahre aufzubewahren; die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die letzte Eintragung vorgenommen wurde. Das Bestandsbuch muss jederzeit auf
Verlangen vorgelegt werden können. Ein Muster für ein Tierbestandsbuch ist als Anlage beigefügt.

6. wegen Anonymisierung gelöscht

7. Nicht aneinander gewöhnte Hunde dürfen nur unter Aufsicht zusammengeführt werden.

8. Während der Tätigkeiten, für die ein Hund ausgebildet wurde oder wird, ist dafür zu sorgen, dass dem Hund während der Ruhezeiten ein witterungsgeschützter und wärmegedämmter Liegeplatz zur Verfügung steht.

9. In einer Hundeschule wird das Auftreten von Infektionen durch das Zusammentreffen von Tieren unterschiedlicher Herkunft begünstigt. Es sind daher die nachfolgenden Schutzmaßnahmen einzuhalten:
a) Alle stationären Aufenthaltsorte für Hunde müssen sich in einem Zustand befinden, der eine ordnungsgemäße Reinigung ermöglicht. Bauliche Einrichtungen für den vorübergehenden Aufenthalt oder das Halten von Hunden müssen eine ordnungsgemäße Reinigung und eine wirksame Desinfektion sowie eine ordnungsgemäße Insekten-, Parasiten- und insbesondere Schadnagerbekämpfung
ermöglichen.
b) Hunde dürfen nur aufgenommen werden, wenn sie innerhalb von 4 Wochen vorher entwurmt und erforderlichenfalls gegen Ektoparasiten behandelt wurden. Diese Behandlungen sind durch schriftliche Aufzeichnungen nachzuweisen.
c) Hunde dürfen nur aufgenommen werden, wenn sie gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und Tollwut nach Anweisungen des behandelnden Tierarztes schutzgeimpft sind. Die Impfungen müssen im Impfpass dokumentiert sein. Insofern in Einzelfällen bei einem Hund vor dem Besuch der Hundeschule kein oder kein vollständiger Impfschutz aufgebaut werden kann, kann unter folgenden Voraussetzungen auf die o. g. Schutzimpfung ganz oder teilweise verzichtet werden: Die Ausnahme von der Impfauflage ist im Einzelfall durch ein maximal zwei Tage (gerechnet vom Tag der Aufnahme in die Hundeschule) altes Attest eines Tierarztes zu begründen. Dieses Attest muss auch die Gesundheit des Hundes bestätigen. Es müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die ein Übertragen von Infektionskrankheiten verhindern (z. B. kein Kontakt mit nicht geimpften Hunden).
d) Hunde mit unbekanntem Gesundheitsstatus (z. B. beim Fehlen einer Impfdokumentation) dürfen nur aufgenommen werden, wenn sie zuvor tierärztlich untersucht wurden und das Freisein von Infektionskrankheiten und Ektoparasiten festgestellt wurde. Über die tierärztliche Untersuchung ist eine Gesundheitsbescheinigung auszustellen.

10. Zubehör bzw. Hilfsmittel wie Halsbänder, Geschirre, Maulkörbe, Gegenstände zum Apportieren oder Spielzeug müssen aus gesundheitsunschädlichem Material bestehen. Es ist auf eine gute Passform und stets sauberes Material zu achten. Tierschutzwidriges Zubehör wie Erziehungsgeschirre mit Zugwirkung unter den Achselhöhlen oder Stachelhalsbänder ist verboten. Gleiches gilt für Geräte, die mit elektrischen oder chemischen Impulsen (inklusive Duftstoffe) arbeiten oder Geräusche
und/oder Luftstöße erzeugen.

11. Mir sind rechtzeitig vor Eintritt folgende Änderungen mitzuteilen:
a. Wesentliche Änderungen der derzeitigen Räume und Einrichtungen,
b. erhebliche Änderungen des Tierbestandes nach Anzahl und Art,
c. Wechsel der verantwortlichen Person oder
d. Aufgabe der Tätigkeit.
Diese Erlaubnis kann jederzeit entschädigungslos widerrufen werden, wenn sich die rechtliche oder sachliche Lage ändert oder die Ihnen gemachten Auflagen nicht vollständig eingehalten werden. Ich behalte mir ferner vor, weitere Auflagen hinzuzufügen. Nach anderen Vorschriften bestehende Verpflichtungen, z. B. zum Einholen von Genehmigungen, Bewilligungen, Erlaubnissen und Zustimmungen oder zum Erstatten von Anzeigen bleiben durch diese Genehmigung unberührt.

Hinweis:
Verstöße gegen die mit dieser Erlaubnis verbundenen Auflagen können nach § 18 Abs. 1 Nr. 20 Tierschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden.