Animal learn

Antwort erhalten am 07.11.2014

Name/Adresse Ihres Ausbildungsinstitut:

animal learn
Am Anger 36 in 83233 Bernau
www.animal-learn.de

Erworbene Bezeichnung (z.B. Hundetrainer, Hundepsychologe):

Hundetrainer

1. Wie stehen Sie allgemein zu der Novellierung des §11 TSchG Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 f ?

Grundsätzlich könnte man sich ja darüber freuen, dass endlich mal was unternommen wird, denn bisher konnte ja wirklich jeder eine Hundeschule anmelden und nach Lust und Laune mit den Tieren umgehen. Aber leider ist dieser Versuch völlig fehlgeschlagen. Begründung: siehe nächste Frage

2. Momentan entsteht ja der Eindruck, dass jedes Bundesland und jeder Landkreis anders über die Erteilung der Erlaubnis nach §11 entscheidet. Wie nehmen Sie das wahr?

Ja, das nehmen wir auch so wahr. Eine Absolventin von uns wurde vom Amtstierarzt gleich durchgewinkt, als sie sagte, sie habe unsere Ausbildung absolviert, weil sie seiner Meinung nach dann in jedem Fall ausreichend qualifiziert sei. Einer anderen (10 km entfernt, anderer Amtstierarzt) wurde gesagt, mit unserer Ausbildung brauche sie als Wattebällchenwerfer (wörtlich!) gar nicht antreten. Sie solle erst mal die Ausbildung bei der IHK Potsdam machen, vorher brauche sie gar nicht wieder kommen. Eine Unverschämtheit! Erst als sie Klage androhte, durfte sie den Test machen – und hat ihn auch bestanden.

Auch die Preise variieren zwischen 196,– und 1.600,– Euro! Da ist der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Grundsätzlich bekommen unsere Absolventen allerdings sehr positive Rückmeldungen von den Amtstierärzten, was ihre Qualifikation betrifft und das freut uns sehr.

3. Was empfehlen Sie ehemaligen Absolventen Ihres Ausbildungsinstitutes bzgl. der Erlangung des § 11 TSchG?

Ich empfehle in jedem Fall, die Prüfung zu machen. Allerdings auch, sich nicht zu verbiegen und Fragen so zu beantworten, dass man zwar besteht, die Antwort aber als fachlich falsch empfindet. Dann lieber Diskussionen in Kauf nehmen und fachlich sauber argumentieren.

Auch die Literaturliste sollten sie zwar lesen – aber kritisch! Viele der empfohlenen Bücher sind fachlich „unter aller Kanone“, wichtige Standardwerke wie die über Beschwichtigung oder Stress kommen hingegen gar nicht darauf vor. Dabei ist es grundlegend wichtig, über diese Themen Bescheid zu wissen.

Ich habe beim zuständigen Ministerium angerufen und nach einer Begründung für genau diese Zusammenstellung der Bücher gefragt. Die Antwort steht bis heute aus. Der Dame war es sehr peinlich, als ich fragte, ob da vielleicht politisch gesehen sehr einseitig entschieden wurde, welche Bücher auf dieser Liste sind und ob vielleicht nur Experten von einem ganz bestimmten Lager zur Beratung hinzu gezogen wurden…?!

4. Haben/ mussten Sie Ihre Ausbildungsinhalte ändern, um dem § 11 TSchG zu genügen?

Nein. Wir haben schon immer größten Wert auf tierschutzgerechte Ausbildungsmethoden gelegt und auf echtes Fachwissen. Deshalb dauert unsere Ausbildung eben auch nicht nur 4 Wochenenden, sondern 16 Monate. Und selbst das empfinde ich persönlich als unterste Grenze. Danach geht das Lernen weiter, was wir unseren Absolventen auch immer sagen! Wir gaukeln niemandem vor, er könne innerhalb kürzester Zeit diesen anspruchsvollen Beruf erlernen.

5. Viele Ausbilder haben für Ihre Schule einen Gleichstellungsantrag gestellt. Trifft das auch auf Ihr Institut zu?
a. Falls ja, gibt es bereits einen Bescheid zu diesem Antrag?
b. Falls nein, warum haben Sie sich entschieden keinen Antrag zu stellen?

Ja, wir haben den Antrag gestellt und warten noch auf einen Bescheid.

6.Bietet Ihre Institution selbst Vorbereitungskurse für die Zertifizierung an den Tierärzte-kammern Niedersachsen, Schleswig- Holstein bzw IHK Potsdam an?
a. Falls ja, was hat Sie dazu bewogen?

Bisher bieten wir sie nicht an. Sollte bei unseren Absolventen der Wunsch danach sein, werden wir das aber machen.

7. Häufig liest man, dass Schulen ihre Ausbildung dem § 11 TSchG angepasst haben, um so einem Gleichstellungsantrag überhaupt erst zu genügen. Eine positive Bescheidung betrifft i.d.R. lediglich neue Absolventen und richtet sich nicht rückwirkend an ehemalige Studenten. Daraus lässt sich ja folgern, dass es bei früheren Studienabgängern zu „Defiziten“ in der Ausbildung gekommen ist. Da es zuvor keinen einheitlichen Ausbildungsstandart gegeben hat, trifft ja weder die Hundetrainer, noch die Ausbildungsinstitute schuld daran. Bieten Sie Ihren ehemaligen Absolventen die Möglichkeit, z. B. in speziellen Kursen, die so entstandenen „Defizite“ auszugleichen?
a. Falls nein, warum nicht?
b. Falls ja, wie sehen diese Angebote aus?

Nein, bieten wir nicht an, weil wir (wie oben beschrieben) schon immer nach diesen Inhalten unterrichtet haben. Grundsätzlich bieten wir aber jährlich ca. 25 – 30 Seminare an, zu denen sich jeder anmelden und somit fortbilden kann.

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