Aktuelles Schreiben an die Landtagsabgeordneten der SPD in NRW

Dank der Arbeit der bayrischen Hundetrainer haben wir einen Antrag der bayrischen SPD erhalten, der – kurz gefasst – eine Forderung nach Bestandsschutz für alteingesessene und unbeanstandet arbeitende Hundeschulen fordert.

Mit diesem Antrag haben wir uns mit folgendem Schreiben an alle 98 Landtagsabgeordneten der SPD in NRW gewandt:

Sehr geehrter XXX,

vertrauensvoll wenden wir uns wegen der Änderung des Tierschutzgesetzes an Sie, genauer wegen der Umsetzung des TSchG § 11, Absatz 1, Ziffer 8f.

Oberflächlich mag es ein einfaches Thema sein, in der Tiefe ist es aber sehr komplex.

Durch die Umsetzung wurde im größten Teil von NRW zum 01.08.2014 den untenstehenden Personengruppen die Qualifikation zur weiteren Ausübungen Ihrer Tätigkeit abgesprochen und sie somit erstmals als ungeeignet empfunden, gewerblich Hunde zu erziehen bzw. deren Besitzer dazu anzuleiten.

• Prüfern/Ausbildern von Rettungshunden
• Von den Krankenkassen anerkannten Ausbildern von Blindenhunden
• Jahrelang anstandslos arbeitenden Hundetrainern
• Langjährigen Ausbildern in anerkannten Hundevereinen, die auch gewerblich arbeiten.
• Tierheimleitern, die mit Hunden arbeiten
• Therapiehundeausbildern
(Auf eine weitere Aufzählung früher qualifizierter Personengruppen verzichten wir hier)

Geeignet dazu sind seit dem nur noch Personen, die über ein Zertifikat der Tierärztekammer Schleswig Holstein oder Niedersachsen verfügen oder einen Abschluss der BHV/ IHK Potsdam (ist keine staatlich anerkannte Ausbildung) oder Tierärzte sind. Dies sind die am häufigsten geforderten Abschlüsse. Allerdings ist NRW an Uneinheitlichkeit kaum zu überbieten und jedes Veterinäramt legt eigene Ansprüche und ein selbst definiertes Mindestmaß als Maßstab zur Zulassung eines Hundetrainers oder ein der o.G. Personengruppen an.

Ausbildungen, Fortbildungen, die Hundetrainer aus NRW freiwillig besucht haben zählen nicht, um das Mindestmaß an Sachkunde zu belegen. In diesem Zusammenhang möchten wir darauf aufmerksam machen, dass zum einen die Zertifizierung der Tierärztekammern dazu geschaffen wurden, damit sich Hundetrainer weit über das Mindestmaß hinaus qualifizieren konnten und mit einem besonders hohen Abschluss für sich werben zu können. Die TÄK Niedersachsen nimmt zudem keine Trainer aus anderen Bundesländern mehr an, es wird also ein Abschluss von einer TÄK gefordert, deren Zugang Trainern aus NRW gar nicht mehr möglich ist! Außerdem wird vom Gesetzgeber ein Mindestmaß gefordert und kein Höchstmaß!
Viele Trainer, die nicht über die oben aufgeführten Zertifizierungen verfügen, sollen nun das Mindestmaß an Sachkunde in einer kostenpflichtigen Prüfung, die als Fachgespräch verkauft wird, vor externen, kostenpflichtigen Tierärzten, die als Sachverständige beiwohnen, nachweisen. Gerade rund um Düsseldorf wird dazu häufig die Prüfung an einen privaten! Betreiber einer Hundeschule, die Lupologic GmbH (Hundeschule Knochenarbeit) ausgelagert. Ausbildungen von privaten Anbietern werden nicht anerkannt, aber ein anderer privater Anbieter darf zu hohen Kosten prüfen?!
Auch die Prüfungsgebühren sind nicht einheitlich.

Bei der Ausarbeitung des Bundesgesetzes waren diese Tierärzte und ihre Kammern ausschlaggebend dafür, dass nur sie die Prüfung abnehmen durften und dadurch den finanziellen Vorteil erhalten.
Die Regierung in NRW verabschiedet sich damit von dem Vertrauensschutz, den sie sonst den Bürgern immer gewährt hat und zeigt, dass sie nur noch kleine Gruppierungen unterstützt.
Dass diese Neuerung des Tierschutzgesetzes keine Besserung im Bereich des Tierschutzes bringt, kann hier in der Kürze unseres Anschreibens nicht dargelegt werden. Bei Interesse von Ihrer Seite aus, stehen wir Ihnen aber gerne Rede und Antwort und geben Ihnen weitere Informationen.

Diesen Missstand haben die tierschutzpolitischen Sprecher der Bayern-SPD erkannt und werden einen entsprechenden Antrag im bayerischen Landtag auf Bestandschutz und Bildung eines runden Tisches einreichen.
Diesen Bestandschutz lässt das Tierschutzgesetz zu.
Momentan entscheidet alleine der Wohnort in NRW darüber, ob ein Trainer das Mindestmaß der Sachkunde hat oder nicht. Je nach Veterinäramt wird Bestandsschutz für unbeanstandete Hundeschulen gewährt, werden private Anbieter, die ihre Ausbildungsinhalte offen gelegt haben, anerkannt oder Fort- und Weiterbildungen akzeptiert. Andere Veterinärämter erkennen nichts an und schicken alle Hundetrainer in zum Teil sehr kostspielige Prüfungen. Viele Existenzen werden so grundlos vernichtet.

Viele Hundetrainer deren ausgebildete Hunde schon Leben gerettet, Bewohner von Altenheimen erfreut, Kindern den Umgang mit Hunden beigebracht haben und zufriedene Hundehalter vertrauen darauf, dass sie als gewählter Volksvertreter im Sinne der Bürger entscheiden.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung und nehmen auch Gesprächsangebote gerne wahr.

Mit freundlichen Grüßen

Andrea Winkler

AG Hundetrainer NRW
AG Hundetrainer Sachkunde

Momentan bearbeiten wir die ersten Rückläufe unserer Aktion und wir werden weiterhin berichten, wenn wir etwas neues erfahren.