§ 11 TSchG- das sagen echte Experten dazu

absurdistan von Angela Knocks-Münchberg

Mittlerweile vergeht ja kein einziger Tag mehr, an dem man sich, als Hundetrainer, nicht mit Gedanken zu dem § 11 auseinandersetzt. Am häufigsten wird die Frage nach „Wer ist wirklich geeignet einen zu prüfen?“ gestellt. Himmel, man gelangt ja an Gedanken, von denen man nie geglaubt hätte sie je zu denken. Aber sei es drum!

Auch ich habe mich mit dieser… Frage beschäftigt und bin zu dem Ergebnis gekommen, nur ein echter Experte wäre ja in der Lage mich im Rahmen des §11 TSchG zu überprüfen. Die meisten von uns haben einen solchen Experten bei sich zuhause. Meist liegt er einem zu Füssen oder mit einem auf der Couch, manchmal teilt er sogar mit einem das Bett. Äh, nee, ich meine nicht unsere Männer- ich meine unsere Hunde!!!

Also habe ich mich mit meinem Hund zu einer „Experten-Runde“ verabredet.                            Es begann so:

„Mein lieber Hund, mittlerweile kennen wir uns ja schon recht gut (immerhin fast fünf Jahre).

Wir haben gemeinsam die verschiedensten Seminare, Workshops, Aus- und Fortbildungen besucht.

Du bist immer derjenige gewesen, der mir ganz deutlich gezeigt hat, welche Aussagen, Theorien, Philosophien, Methoden stimmen und welche nicht…“

„Ja, das ist richtig, kriege ich dafür jetzt einen Keks?“, ich gehe darauf nicht ein.

„Mein Lieber, nun ist es ja so, dass es Menschen gibt, die überprüfen wollen, ob ich tierschutzkonform arbeite und dadurch Sachkundig bin….“

„Kann ja sein, aber kriege ich jetzt einen Keks?“, ich überhöre es geflissentlich erneut.

„Nun soll ich eine Prüfung ablegen, in der Fragen gestellt werden, deren Antworten nicht richtig sein können – du selbst hast es mir ja bewiesen…“

„Ja, dann lass es doch bleiben und gebe mir lieber einen Keks!“

„Du hör mal, wenn ich diese Prüfung nicht mache, dann kann es sein, dass ich das nicht mehr machen darf..“

„Was, mir Kekse geben?“

„Nein, mit dem Training. Also andere Hundehalter anleiten, wie sie ihren Hund trainieren sollen/können. Wenn ich das nicht mehr machen darf, dann kann ich damit kein Geld mehr verdienen, dann sieht es mit deinen Keksen echt schlecht aus. Du kennst doch bestimmt den Spruch „ohne Arme, keine Kekse“, das wäre so ähnlich…“

„Na, dann gib mir mal lieber einen Keks, solange du noch Arme hast!“

Wir mussten dann die „Experten-Runde“, aufgrund massiven Keks mangels, leider beenden.

Nun habe ich mir überlegt, wenn ein solch echter Experte, wie mein Hund, so ziemlich alles für einen Keks machen würde, ob das bei den VetÄmtern wohl auch funktioniert?

Wenn ich denen jetzt eine Tüte Kekse vorbeibringe, ob ich dann meinen Antrag genehmigt (oder zumindest mal bearbeitet) bekomme? Oder würde man mir dann „unlauteren Wettbewerb“ oder gar „Beamtenbestechung“ vorwerfen? Das liegt mir natürlich fern, ich will ja niemanden bestechen. Allenfalls „Nervennahrung“ für die armen überlasteten Amtsveterinäre überreichen. Es ist nämlich extrem anstrengend allen Hundetrainern das gleiche Schreiben zu schicken.

Noch anstrengender sind die, die dann auch noch Widerworte haben. Einem einfach unaufgefordert Briefe zusenden, in denen den VetÄmtern ihre Aufgabe erklärt wird. Da werden einem die Allgemeinen Verwaltungsvorschriften um die Ohren gehauen, von denen die selbst wohl noch gar nicht wussten, dass es die gibt. Ja, so ist das mit Gedanken, die man plötzlich denken muss, ohne je daran gedacht zu haben, sie jemals denken zu müssen….

Alternativ überlege ich gerade, ob ich nicht meinen Hund zu der Prüfung schicken soll, natürlich nur mit einem ausreichendem Keks- Vorrat…

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